Vorbeugende Instandhaltung 

Zustandsüberwachung im Sinne einer zustandsorientierten Instandhaltung

Instandhaltungsphilosophien



Aus der Sicht der Instandhaltung gibt es drei Möglichkeiten, Maschinen zu betreiben:

 

1.      Fahren bis zum Bruch
 

Dies bedeutet, die Maschinen so lange laufen zu lassen, bis sie eines Tages „zu Bruch“ gehen. Anschließend wird eine neue Maschine eingesetzt oder die alte repariert. Diese Vorgehensweise bietet sich dort an, wo kleine, weniger wichtige Maschinen betrieben werden.

 

1.1.   Vorteile

 

-         volle Ausnutzung der möglichen Betriebsdauer

-         kein Aufwand für Kontrollmaßnahmen   
 

1.2.  Nachteile
 

-         unvorhergesehene Ausfälle – ungeplante Produktionsstörungen

-         „Hau-Ruck-Aktionen“ nötig

 

2.      Betrieb mit Revisionsvorgaben
 

Durchführung von regelmäßigen, an der Betriebszeit orientierten Revisionen, bei denen die Maschine weitgehend demontiert, inspiziert und wieder montiert wird.

 

Typische Beispiele hierfür sind Kraftfahrzeuge oder Flugzeuge mit ihren regelmäßigen, an der Laufleistung orientierten Inspektionen. Im industriellen Bereich sei hier vor allem die Arbeitsweise mit Revisionsvorgaben in Kraftwerken genannt.

 

2.1        Vorteile
 

-         im normalen Betrieb unbemerkte Fehler können gefunden werden

-         Austausch von Verschleißteilen ergibt bessere Betriebssicherheit 
 

2.2        Nachteile

 

-         zeit- und kostenaufwendig

-         keine vollständige Ausnutzung der Verschleißteile

-         Beanspruchung der Maschinen durch De- und Montagearbeiten

-         Gefahr des Einbauens neuer Fehler

 

3.      Zustandsorientierte Instandhaltung
 

    Die Idee hierbei ist die Erfassung des Zustandes der Maschine mit geeigneten Messmitteln. Verschlechtert sich der Zustand dermaßen, dass die geforderten Leistungen und die Betriebssicherheit gefährdet sind, wird eine Instandhaltungsmaßnahme eingeleitet, bevor der eigentliche Schaden eintritt.

 

3.1.  Vorteile
 

-         verbesserte Betriebssicherheit

-         Vermeidung von Folgeschäden

-         volle Ausnutzung des Abnutzungsvorrats der Verschleißteile 

-         weniger Aufwand als beim Betrieb mit Revisionsvorgaben

-         Verringerung der Ersatzteilhaltung

 

3.2.  Nachteile

 

-         Zustandserfassung und Auswertung nötig

 

 

Zustandsorientierte Instandhaltung

 

Methoden der Zustandserfassung

Für die Erfassung des Zustandes von Maschinen stehen mehrere Parameter zur Verfügung. Die wichtigsten hierbei sind Geräusch, Temperatur, Stromaufnahme, Ölzustand und Schwingung.

 

Alle diese Parameter haben ihre Bedeutung in einem konsequent durchgeführten Programm zur zustandsorientierten Instandhaltung. Als besonders empfindlicher und vor allem treffsicherer Indikator für den mechanischen Zustand einer Maschine hat sich die Messung der Schwingung erwiesen, denn:


 

Jede rotierende Maschine erzeugt mechanische Schwingungen. Ein Anstieg des Schwingungspegels deutet auf eine Verschlechterung des mechanischen Zustandes hin. Durch gezielte regelmäßige Schwingungsmessungen ist es möglich, Schäden bereits im Frühstadium zu erkennen und rechtzeitig Abhilfe zu schaffen.
 

Durch den Einsatz von Schwingungsmessungen als Diagnose-Hilfsmittel können die unvorhergesehenen Schäden, die Reparaturkosten und vor allem unerwartete Produktionsausfälle merklich reduziert bzw. vermieden werden.


 

Welche Schäden bzw. Fehler können mit der Schwingungsmessung erkannt werden ?


 

Grundsätzlich können alle Schäden erkannt werden, die eine, wenn auch nur geringe, Veränderung im Schwingungsbild zur Folge haben.

Vorwiegend sind zu nennen:


 

-         Unwuchten

-         Ausrichtfehler

-         lose Befestigungen

-         magnetische Asymmetrie

-         Lagerschäden

-         Zahnverschleiß in Getrieben


 

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Sie wissen: 


 

Durch systematische vorbeugende Instandhaltung werden Ausfallzeiten und Ausschussquoten reduziert, Kosten und Termine wieder kalkulierbar !